Bike Marathons

Monte Generoso Bike Marathon

Neben den Cape Epic und der WM war dieses Jahr auch die IXS-Bikemarathonsserie ein Ziel von mir. Doch leider wars schon nach diesem Rennen vorbei, denn das Wetter „Wolkenbruch“ und die daraus folgende „Schlammschlacht“ forderte Material stark. Nach 2/3 des Rennens entschied ich mich zum 1. Mal in meinem Leben ein Rennen aufzugeben, war nicht einfach! Weil meine Kette sobald ich ein wenig Kraft auf die Pedale gab klemmte lief ich sehr viel, was mein Knie und Knöchel gar nicht zu schätzen wussten und zu schmerzen anfingen. Leider hatte die Aufgabe zur Folge, dass ich nicht auf genug Rennen für die IXS-Serie komme. So werde ich mich jetzt nochmals voll auf Bike-OL konzentieren.

Beat wurde 4. in seiner Kategorie und 10. Overall. Rangliste

Beat geniesst die Schlammschlacht am Monte Generoso Bike Marathon.

ELSA Bike

Das ELSA Bike in Estavayer liegt mir gut − nicht zu steil und nicht zu technisch aber trotzdem mit vielen Rhythmuswechseln. Ich kam sehr gut durchs Rennen und siegte in meiner Kategorie (nicht lizenzierte Frauen). Von den lizenzierten Frauen schlug mich nur eine. Mein erstes Bikerennen das ich gewinnen konnte!

Beat lief es auch sehr gut: Er wurde Kategorien-2. und 12. Overall.

» Bericht auf der Swiss Orienteering Website
» Rangliste 

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Pausenlos unterwegs…

In den letzten 10 Wochen war ich viel unterwegs und habe meinen Blog leider etwas vernachlässigt. Auf der Karte unten und in den nächsten Beiträgen ein paar Highlights daraus.

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World Ranking Events Schweiz

Die Wettkämpfe am 28. und 29. Mai hatten zahlreiche Titel und Untertitel:

  • 28. Mai: Thömus regiObike, 1. Bike-OL Sprint der Schweiz, World Ranking Event, Lauf des Bike-OL Swiss Cups, WM-Selektionlauf
  • 29. Mai:  Thömus Winti Bike-OL, Mitteldistanz-SM, World Ranking Event, Lauf des Bike-OL Swiss Cup, WM-Selektionlauf

Beim Massenstart mit Michi Gigon (Foto: Walter Rahm).

Im Sprint am Samstag liefs mir nicht ganz ideal und ich musste meiner Thömus-Team-Kollegin Michaela Gigon den Vortritt lassen. Meine physische Verfassung ist sehr gut, leider unterlaufen mir immer wieder dumme kleine Fehler die in einem Sprint nicht drinliegen, wenn man gewinnen will! Dafür gewann ich am Sonntag die Mitteldistanz-SM mit Massenstart. Das Rennen war eher einfach und mit Massenstart und Schlaufen physisch anspruchsvoll. Mit Michaela Gigon und Rikke Kornvig (Dänemark) war auch ganz starke ausländische Konkurrenz am Start. Einen ausführlichen Bericht gibts auf der Swiss Orienteering Website.

Beat legt sich im Sprint in die Kurve.

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Ein Tripel an einem Wochenende

Als Abschluss einiger intensiver Trainingswochen stand letztes Wochenende im Zeichen von Bike-OL (Trainings-)Wettkämpfen. Das Jahr stand bisher ganz im Zeichen des Cape Epic, und so hatte ich mich noch nicht so richtig mit Bike-OL befasst. Drei Wettkämpfe an einem Wochenende kamen so gerade recht als Vorbereitung für das weitere Wettkampfprogramm.

Selektionslauf im Chaumont

Am Samstag gings auf der super Bike-OL Karte „Chaumont“ von Christian Gigon um die Selektionen für Weltcup, WM und EM. Kurz vor dem Start prasselte der Regen nur so auf die einfahrende Kaderschar nieder. Wenigstens gab es so gleiche, nasse Bedingungen für alle. Gigi hatte auch die Bahnen gelegt und natürlich war der Start stark überhöht und so hatten wir in dieser Mitteldistanz knapp 700 m Abfahrt bei knapp 500 m Steigung. Auf den schmalen, steinigen Trails war das eine echte Herausforderung, vor allem weil ich seit 4 Monaten nie im Nassen trainiert habe. Nach etwas harzigem Start kam ich aber gut in Fahrt und konnte das Rennen für mich entscheiden.

Mitteldistanz-Selektionslauf Chaumont (klicken zum vergrössern)

Sprint in den Weinbergen

Am Sonntag fuhren wir nach Bergholtz im Elsass zu einem Doppelevent: Ein Sprint am Vormittag und ein Mitteldistanz am Nachmittag. Wir hatten Glück und erwischten bei beiden Läufen ein regenfreies Fenster mit Sonne! Der Sprint führte durch die Rebberge. Das unruhige Kartenbild erforderte einige Konzentration – ein ideales Training für mich in meiner „Problemdisziplin“. Am Nachmittag führte das Rennen nochmals durch die Reben und dann über einige coole Trails durch den Wald. Beide Rennen konnte ich dank fast fehlerfreien Läufen für mich entscheiden.

Sprint in Bergholtz, Elsass (klicken zum vergrössern)

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Bike-OL Weltcup Ungarn

Nach dem Ende des Cape Epic erholten wir uns einige Tage im Kruger Nationalpark auf Safari. Danach hatten wir einen letzten Tag in Stellenbosch und fuhren noch einmal die Trails in meinem „Hauswald“. Weiter gings via München nach Wien, wo wir uns einige Tage ans garstige Europa-Wetter gewöhnten. Dann, nur 10 Tage nach dem Ende des Cape Epic begann der Bike-OL Weltcup in Ungarn mit einem Sprint, einer Mitteldistanz und einem Langdistanz mit Massenstart. Wir waren ziemlich unsicher, ob unsere Beine schon wieder fit sein würden. Schliesslich gings ihnen gar nicht schlecht, doch im Kopf waren wir noch nicht wieder parat für neue Grosstaten. Zudem hatte ich mir eine Stirnhöhlenentzündung geholt und beim rennmässigen Biken mit Karte lesen schien mein Kopf zu expoldieren. Keine ideale Voraussetzung für saubere Rennen…

Im Sprint liefs mit dem 6. Rang noch am besten. Die Laufanalyse von Beat fürs Swiss Orienteering dazu gibts hier als Vorabdruck:

Bike-OL Weltcup Sprint in Ungarn (zum vergrössern anklicken)

Routenanalyse

Der Sprint-Wettkampf führte durch ein verlassenes Militärgelände mit vielen Strassen, Wegen, Baracken und anderen Bauten. Das Gelände liess ein sehr hohes Tempo zu und quer fahren war erlaubt und oft gut möglich und nötig. Die Herausforderung war, dabei den Kartenkontakt noch zu halten und mental stets einen Schritt voraus zu sein. Zusätzlich wurde dies durch die komplexe Bahn mit vielen Richtungswechseln und Überkreuzungen erschwert. Dunkelgraue Flächen auf der Karte bezeichnen Gebäude, hellgraue überdachte aber befahrbare Gebiete. Unpassierbare Mauern sind als dunkelgraue Linien mit Doppelpunkten eingezeichnet.

Start–1: Bereits die erste Teilstrecke führt bei vielen Fahrerinnen zu Zeitverlusten. Zum einen gilt es sich sofort auf den ungewohnten Massstab von 1:5’000 einzustellen. Zum anderen ist Posten 5 vom Kartenstart her zu sehen, was einige Fahrerinnen dazu verleitet, diesen gleich anzupeilen, wobei sie den hinter der Mauer versteckten ersten Posten übersehen. Dies passiert der Siegerin Marika Hara wie auch Christine Schaffner, die dabei  rund 30 Sekunden auf die Bestzeit von Maja Rothweiler verlieren.

1–5: Es gilt, möglichst direkte Routen zu nehmen und dabei die Übersicht zu bewahren. Nach ihrem Fehlstart gelingt dies Hara am besten, die auf der 2. bis 4. Teilstrecken Bestzeiten aufstellt. Rothweiler kommt gut durch diese Posten und liegt am 5. Posten an zweiter Stelle, während Schaffner den Kartenkontakt noch nicht richtig gefunden hat und mit über einer Minute Rückstand erst an 29. Stelle liegt.

5–10: Nun kommt Schaffner in Fahrt und macht kontinuierlich Zeit gut. Zum 6. Posten ist die Strassenroute von Schaffner und Rothweiler gleichwertig wie die Querroute von Hara. Zum 8. Posten verliert Rothweiler 25 Sekunden auf die Bestzeit von Schaffner, als sie aus Versehen nochmals den 3. Posten anfährt, und fällt auf den 7. Zwischenrang zurück.

11–13: Hara stellt zum 12. Posten klare Bestzeit auf. Einige Fahrerinnen lassen sich dadurch verwirren, dass der Weg Richtung Osten vom Posten weg durch eine hohe Mauer unterbrochen ist. Zu 13 ist die Umfahrungsroute von Hara einige Sekunden langsamer als die direkte Route.

13–14: Der direkte Weg ist durch Gebäude und ein Sperrgebiet versperrt. Fast alle Fahrerinnen entscheiden sich für die südliche Route. Rothweiler verliert einige Sekunden, als sie vor dem Posten die überdeckte Halle umfährt statt hindurch zu fahren.

14–17: Zu 15 und 16 ist die Route klar und die Differenzen an der Spitze im Bereich von wenigen Sekunden. Die verschiedenen Varianten zu 17 sind ebenfalls gleichwertig.

17–21: Zu 18 bieten sich zwei Routen an: Hara stellt auf der nördlichen Bestzeit auf und Schaffner verliert auf der südlichen zwar 10 Sekunden, dies ist aber noch immer die viertschnellste Zwischenzeit. Zudem hat sie den Vorteil, dass sie damit die nächsten drei Posten schon rekognosziert hat. Einzig Hara ist denn auch von Posten 18–21 zwei Sekunden schneller als Schaffner.

21–Ziel: Der erweiterte Zieleinlauf bietet keine nennenswerten Schwierigkeiten mehr. Es gilt aber trotzdem, die Konzentration bis zum letzten Posten hoch zu halten – der Tscheche Radek Laciga vergibt bei den Männern hier noch die Führung, weil er den Durchgang neben dem Zaun nicht auf Anhieb erwischt!

RouteGadget: http://0x.hu/RouteGadget/cgi-bin/reitti.cgi?act=map&id=210&kieli=de
Zwischenzeiten: http://www.mtbo.hu/docs/2011/split_sprint_elit.html

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Cape Epic, 2. Teil

5. Tag: Zeitfahren

Nach dem Prolog-Zeitfahren und den ersten drei langen Etappen stand ein weiteres Zeitfahren über 30 km mit gut 700 m Steigung an. Die Strecke führte über flowige Single- und Double-Tracks. Gestartet wurde alle 30 Sekunden. Unsere Beine fanden den Start, obwohl flach, nicht so toll und die Säure schoss trotz dem Einfahren vorher voll ein. Doch das legte sich
zum Glück rasch. Wir wollten die Sache regelmässig und nicht zu schnell angehen, aber Chrige fühlte sich gut und gab Vollgas – bergauf und -ab. Ich fuhr beeindruckt hinterher und konnte nur in den drei steilsten Abschnitten wirklich behilflich sein, als ich mit beiden Velos raufrannte, damit sie sich etwas erholen konnte. Nach einer coolen Schlussschlaufe auf einem kurvigen Singletrail mit Steilwänden kamen wir mit 1:39 auf dem
achten Platz ins Ziel und waren mit unserer Leistung sehr zufrieden.

6. Tag: Die vermeintliche Königsetappe

Es starteten wieder alle Teams im Massenstart. Dies war die längste Etappe mit 146 km und 2350 m Steigung – solche Distanzen machen wir ja kaum einmal mit dem Rennrad
und jetzt sollte das nach bereits 5 Renntagen über z.T. üble Pisten gutgehen! Bei mir hatte sich zudem in den letzten Tagen ein schleimiger Husten entwickelt, wohl vom vielen
eingeatmeten Staub. Wir hatten grossen Respekt und beschlossen, die Sache relativ ruhig anzugehen. Vor allem
ich musste zu Beginn meinen von Chrige so genannten „Rennrössliinstinkt“ bändigen und nach dem Start nicht jeder Gruppe sofort folgen wollen. Offenbar gelang das relativ gut: Nach den eher flacheren ersten zwei Dritteln der Strecke (zu Beginn mit Rückenwind, bald aber mit üblem Seiten- und Gegenwind) flog Chrige fast die steinige Piste den legendären
Grönlandberg – das Haupthindernis des Tages – hinauf.
Plötzlich zischte es aus meinem Vorderrad. Scheisse: Loch im Pneu! Ich rief Chrige zu, dass ich einen Platten habe, aber sie hörte mich nicht. Ich hielt an, fand das Loch, presste den
Finger drauf und hielt es nach unten, damit die Dichtflüssigkeit reinfliessen konnte. Glücklicherweise funktionierte das sofort und schon wieder war ich Chrige auf den Fersen. Sie vernahm vom Zwischenfall erst im Ziel.

Über den Grönlandberg führte ein langer, ruppiger und steiniger Trail. Das war wieder unser Gelände und es war eine Freude wie Chrige die Konkurrenz links und rechts stehen liess. Schliesslich erreichten wir wieder bessere Naturstrassen und sausten den Berg hinab dem Ziel entgegen. Nach knapp 7 Stunden war dann auch diese Etappe überstanden. Wir
verbesserten uns dabei vom 10. auf den 9. Zwischenrang im Gesamtklassement der Mixed Kategorie.

Mein Zwischenfall mit dem Pneu sollte glücklicherweise unsere schwerste „Panne“ bleiben. Wir waren eines der wenigen Teams, das nicht zumindest einmal eine richtige Platte hatte.
An allen Etappen standen immer wieder Teams am Wegrand und schraubten irgendwas an einem ihrer Bikes rum – das Cape Epic ist ein ultimativer Materialtest. Unsere Lightrider hielten aber allem stand (fingen aber jeweils bei Etappenhälfte an zu klagen bzw. quietschen, wenn die Hinterbaugelenke so richtig viel Staub gesammelt hatten). Wir waren auch super froh, hatten wir vollgefederte Bikes. Es gab enorm viele 29er am Start, aber wir hätten unsere Fullys nie gegen ein 29er Hardtail eingetauscht.

7. Tag: Die wahre Königsetappe

Vor der zweitletzten Etappe fürchteten wir uns ein wenig, denn es galt mit 2700 m am meisten Steigung aller Etappen zu machen, bei 119 km. Es gab wieder Blockstart und wir reihten uns hinten im ersten Block (die ersten 150 Teams) ein. Gleich vom Start weg stieg die Strecke und führte wieder auf den Grönlandberg. Ich fühlte mich heute von anfang an schlapp – es kam einfach nichts aus den Beinen. Der Puls lag dabei im Bereich eines gemütlichen Ausdauertrainings, aber es fühlte sich sooo schwer an. Ich fixierte das Hinterrad von Chrige und war froh dranzubleiben.

Bald folgte die erste Abfahrt. Wir waren schneller unterwegs als die Teams vor uns, aber das Überholen gestaltete sich im ruppigen Gelände sehr schwierig. Als mir der Geduldsfaden
riss, versuchte ich es an einer blöden Stelle und rutschte prompt auf dem grobkiesigen Mittelteil zwischen den zwei Fahrrinnen mit dem Vorderrad aus. Ich konnte gerade noch
über den Lenker springen und nach zwei Sätzen durchs Gebüsch stand ich wieder beim Rad – aufspringen und weiter. Die Sache muss spektakulär ausgesehen haben, fragte mich doch die ganze Kolonne ob es wirklich gehe. Ich hatte aber ausser eines harten Schlags meines Pedals in die Wade
nichts abbekommen – nochmal Schwein gehabt. Nach ca. drei Stunden und einer zermürbenden mit Bremsrillen durchsetzten Berg- und Talfahrt kam bei mir plötzlich der Gong. Ich stopfte das Hungerloch nacheinander mit zwei von Dan’s Läuferwürstli, einem Energie-Gel und einem leckeren 🙁 Riegel. Zum Glück hatten wir gerade einen längeren Sandabschnitt und so gönnte ich mir eine Schiebepassage ohne allzu viel Zeit zu verlieren. Die nächste halbe Stunde hiess die Devise, Chriges Hinterrad nicht aus den Augen zu lassen und durchbeissen. Zum Glück kehrten die Kräfte einigermassen zurück und wir machten im Trott der heutigen Etappe weiter.
Die Steigungen wollten nicht aufhören und in der heissen Mittagssonne und auf den kiesigen Pisten fühlten sich 300 m rauf wie heimische 600 m an. Nach 80 km gabs dann Abwechslung: Dutzende von Kilometer extra für Biker angelegte Singletrails, die sich die Bergflanken runter (und natürlich rauf) schlängelten. Ohne 80% des Cape Epic in den Beinen ein phantastischer Genuss, aber auch so noch ganz unterhaltsam. Bald hörten wir den Zielspeaker im Tal unten, ca. einen km entfernt, aber die Kurssetzer hatten sich noch zig Singletrail-Extraschlaufen für uns ausgedacht. Man feuerte sich zwischen den Teams gegenseitig an und hielt durch. Nach
ziemlich genau 7 Stunden, unsere längste Etappe, schliesslich endlich das Ziel.

8. Tag: Die Schlussetappe

Mit 67 km und 1700 m Steigung war die Schlussetappe auf dem Papier ja ein wahres Dessert. Doch man warnte uns, die grosse Steigung zu Beginn und die darauf folgende Abfahrt seien brutal. Zum Glück war heute aber alles anders als gestern: Die Beine funktionierten wieder.

So reihten wir uns beim Massenstart gut ein und überholten bis zur ersten Passhöhe einige Teams, die sonst eher vor uns waren. Die Abfahrt war dann fast ein bisschen enttäuschend
einfach. Wir kamen gut voran und erreichten bald den Abbruch der Bergkante in die Ebene Richtung Cape Town. Hier mussten wir auf einem historischen Wagen-Wegstück eine zeitlang
obligatorisch zu Fuss gehen, bevor wir auf einen letzten coolen Singletrail losgelassen wurden. Die letzten 25 km zogen sich dann doch noch ziemlich dahin, aber nach 3:45 war das Cape Epic Abenteuer geschafft!

Fazit

Insgesamt gesehen sind wir gut über die Runden gekommen und hatten zum Glück keine technischen Defekte oder starken physischen Einbrüche. Auch wenn wir nicht gerade unseren
Tag hatten, gelang es uns doch, regelmässig durchs Rennen zu kommen. Wir hatten uns das Cape Epic immer hart vorgestellt, aber es war dann noch ein ganzes Stück härter als gedacht, trotz einer sehr guten Vorbereitung darauf. Wir waren auch ab der ausgeprägten Rennathmosphäre erstaunt: Alle schienen immer alles zu geben und voll zu kämpfen, auch noch am letzten Tag. Wir waren knapp 40 Stunden unterwegs und sind mit unserem 9. Schlussrang (von 55 Mixed Teams, bzw. 117. von 600 Teams insgesamt) sehr zufrieden. Die ersten zwei Mixed-Teams mit den Schweizerinnen Esther Süss (Marathon-Weltmeisterin) und Ariane Lüthi waren eine Klasse für sich. Zu allen anderen vorne klassierten Mixed Teams hatten wir an mindestens einer Etappe Kontakt.

Ob wir nächstes Jahr wieder dabei sind? Never say never…

Es gab natürlich auch viele Dramen am Cape Epic. Hier einige wenige davon:

– Die Hoffnungsträger der Südafrikaner (als reines südafrikanisches Team) schieden nach minutiöser Vorbereitung und grossem Medien-Trara bereits in der ersten Etappe aus, als sich Kevin Evans bei einem Sturz das Schlüsselbein brach.

– OL-Läufer und Gigathlon-Organisator Corsin Caluori trat mit Gigathlon-Sieger Benny Lindberg an. Benny stürzte ebenfalls in der ersten Etappe und blieb mit gebrochenenSchlüsselbein und Rippen bewusstlos liegen. Nachdem er geborgen wurde, setzte
Corsin das Rennen als Single fort (man fährt dann ausser Konkurrenz). In der zweiten Etappe kam er völlig dehydriert noch knapp ins Ziel. Es gelang ihm aber, das Rennen an den
folgenden Tagen vorsichtig fortzusetzen und schliesslich finishte er auch.

– Das Schweizer Profiteam Stöckli lag nach 5 Etappen auf dem 4. Platz super im Rennen, als Konny Looser stürzte und seinen Carbon-Rahmen entzweibrach. Er musste die letzten 20 km ins Ziel Rennen. Sein Partner Urs Huber stürzte auf diesem Rückweg so unglücklich, dass er sich den Arm brach und am nächsten Tag nicht mehr antreten konnte.

– Ein mir namentlich nicht bekannter Fahrer, der als einer der wenigen bisher alle Cape Epics beendet hat, fuhr trotz Schlüsselbeinbruch mehrere Etappen weiter, damit er auch diese Ausgabe beenden konnte.

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Durch die Sahara…

… so kam es uns jedenfalls vor heute an der 3. Etappe des Cape Epic: Sand, Sand, Steine und noch mehr Sand. Aber neben den Tracks war die Landschaft schon etwas grüner als in der Sahara. Chrige überraschte mich heute, als sie es durch Bachbettabfahrten hinunter so richtig krachen liess und die Konkurrenz links und rechts überholte. Am meisten Teams überholten wir bei einer hüfttiefen Bachquerung, wo Chrige den zaghaften Haufen übersprintete. Dann gings lang über sandige Farmtracks (Chrige zog darin Linien wie mit dem Lineal und ich kritzelte wild hin und her) und schliesslich eine lange schleichende Steigung zuhinterst in einen Talkessel. Ich hatte dort plötzlich eine Hungerattacke (trotz dem stündlichen Riegel). Zum Glück hatte ich von Dans Läuferwürstli dabei – eine Wonne. Es wurde wieder steiniger und Chrige war nicht zu bremsen. Ich schaute dass ich dran blieb. Kurz vor dem Kulminationspunkt überholten wir das im Gesamtklassement führende Frauenteam (Eva Lechner und die Schweizerin Nathalie Schneitter, beides Bike Cross-Country Weltcupsiegerinnen). Sie hatten heute wohl nicht ihren Tag.

Die steinige Abfahrt hinunter standen neben dem Weg einige Teams am mechen. Zum Glück hatten wir noch keine mechanischen Probleme, auch wenn Chrige mit einem gebrochenen Hinterbaugelenk rumfährt, aber es hält noch. Ersatz ist aus der Schweiz per Kurier bestellt.

Am 2. Verpflegungsposten nach 75 km waren wir das 7. Mixed-Team, doch in den folgenden Steigungen zogen noch einige an uns vorbei. So resultierte nach den 125 km und 1900 m Steigung wieder der 10. Tagesrang, aber damit sind wir heute sehr zufrieden und die Abstände nach vorne waren so klein wie noch nie.

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Noch mehr Sonne und Staub

2. Etappe – 104 km, 2500 m Steigung

Die heutige Etappe führt über einen langen Singletrail aus dem Talkessel von Tulbagh auf ein 700 m höher liegendes Hochplateau. In der ersten Startgruppe gehts für uns um 7:00 los. Der Start ist schnell mit einigen Staubpisten sowie Teerstrassen. Schon bald gehts in den Singletrail und hier heissts mal anstehen und dann in Einerkolonne schieben oder langsam fahren. Wir nehmen’s als lockerer Einstieg. Oben angekommen, nach ca. 1:30, gibts zuerst einen Downhill durch staubiges Gestein und dann eine lange Runde übers Hochplateau, wo uns dünkt, wir fahren jeden Traktor- und Trampelpfad ab, den es da oben gibt. Unsere Beine sind heute gar nicht frisch und es scheint uns, dass wir nicht so recht vorwärts kommen. Also lieber nicht zuviel hirnen und einfach weiter pedalen. Schon bald brennen uns die Fusssohlen von der Hitze. Vom Bidon Isostar draufspritzen verschaft für ca. 30 Sekunden Linderung.

Nach der Hochplateau-Runde gibts den 3. und letzten Verpflegungspunkt, wo wir uns für den letzten Teil ein Cola gönnen und uns die Renn-Mechs die staubtrockene Kette mit Öl besprühen. Dann gehts die staubige Steinpiste, die wir am Morgen runtergefahren sind, wieder hinauf und auf der anderen Seite den langen Singletrail vom Morgen hinunter. Für den grandiosen Ausblick ins Tal haben wir zuoberst nur einen kurzen Blick übrig. Gleich vor Chrige stürzt ein Fahrer übel und bleibt schreiend liegen – schaut nach einem weiteren Schlüsselbeinbruch aus (gestern gabs auch mindestens zwei). Da der Fahrer bereits versorgt wird, stürzen wir uns in den Downhill, der uns gehörig und lange durchschüttelt. Unten angekommen heissts die letzten 10 km nochmals auf den flacheren Strassen Tempo machen. Nach gut 6:30 fahren wir endlich ins Ziel… das war ein harter Tag! Unser Gefühl täuscht uns nicht: heute reichts „nur“ zum 10. Tagesrang und im Gesamtklassement der Mixed-Teams rutschen wir einen Rang auf den 9. zurück. Morgen gibts einen langen Tag mit einer schnellen ersten Hälfte und einer übel steilen zweiten Hälfte – hoffentlich erholen sich unsere Beine!

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Cape Epic: Prolog und 1. Etappe

Prolog

Der Prolog war ein Teamzeitfahren mit 25 Sekunden Startintervall. Die von uns befürchteten Staus blieben aus, weil die Bergauf-Strecken meist über breite Forststrassen führten. Diese wurden immer wieder mit super Singletrail Passagen ergänzt. Wir starteten gut und überholten Team um Team. Neben dem Überholen und den z.T. verblockten Singletrails gilt die Konzntration auch den Pavianen, die das Geschehen von möglichst nah, d.h. auf den Trails, skeptisch beobachteten.
Im Ziel waren wir mit unserer Leistung zufrieden. Nach dem Transfer per Bus zum Startort der 1. Etappe schauten wir uns die Rangliste an und waren etwas erstaunt, dass unsere Zeit
nicht stimmte, wurde doch extra ein Datasport-Team aus der Schweiz eingeflogen. Weil wir unserer Sache sicher waren, musste der Veranstalter mit Chriges bekannter Hartnäckigkeit
Bekanntschaft machen. Schliesslich schafften wir es bis in den Datasport-Van, wo wir der Sache auf Schweizerdeutsch auf den Grund gingen: Startzeit und Zielzeit unserer Transponder
stimmten dort, aber der PC berechnete daraus völlig unerklärlich eine falsche Rennzeit!!! Als erkannt war, dass wir doch nicht nur mühsame Pulsuhr-nicht-bedienen-könnende sind, wurde dann unsere Zeit um knapp 5 Minuten korrigiert – das macht vielleicht am Schluss gar nichts aus, aber wir hatten auf jeden Fall ein besseres Gefühl und konnten an der 1. Etappe eine Startgruppe weiter vorne starten.

1. Etappe

Um 4:45 geht der Wecker, rasch vor Schlangenbildung aufs WC und um 5 ans Frühstückbuffet. Langsam wirds hell und um 7:10 gehts für unsere Startgruppe los, rein in den Staub. Die
ersten 10 km sieht man manchmal den Boden kaum auf den staubigen Jeep-Tracks und es war ein ziemliches Gehetze. In den ersten Steigungen gibts ein paar Staus aber nichts Schlimmes. Chrige hat einen etwas harzigen Start den ich mit einigen Anstössen versuche zu verflüssigen. Die Route führt am Rand eines grossen Talkessels durch üble Farmpisten rauf
und runter. Schon bald scheint die Sonne unerbärmlich. Wasserposten 1 lassen wir links liegen, haben wir doch je knapp 4 l Flüssigkeit dabei. Nachdem die strubsten Stein-
Downhills fahrend oder seckelnd hinter uns sind, schlagen wir ein regelmässiges Tempo an und überholten immer wieder Teams. Nach der Steigung und der Abfahrt des Tages aus dem
Talkessel raus in eine offene Weite Steppenlandschaft, denken wir schon „jetzt haben wirs fast“. Die restlichen knapp 30 km sind tatsächlich meist recht flach, aber in der Mittagshitze hatte Chrige plötzlich eine kleine Krise. Der (relativ unglimpliche) Sturz, als Chrige versucht aus meinem Rucksack die benötigte Ration Energy-Gels im Fahren rauszuklauben bessert die
Situation auch nicht. Doch schliesslich tut der Glucose-Schub doch seine Wirkung und so heiss es noch möglichst rund ins Ziel rollen. Es resultiert mit 5:26 für die 89 km mit 2050
m Steigung der 6. Tagesrang in der Kategorie Mixed. Im Gesamtklassement sind wir nun 8., nur 1 gute Minute hinter den 6. Ein super Start also, hatten wir uns doch einen Topten
Rang als Ziel gesetzt, falls alles gut läuft. Nun heissts aber gut erholen und möglichst nicht an die Sonne (im Schatten ists mit gegen 40 Grad warm genug). Das Abenteuer hat erst begonnen…

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Das letzte lange Training vor dem Cape Epic

Endlich ist Beat in Südafrika angekommen. Am Sonntag stand dann das letzte lange Training auf dem Plan. Im  Jonkershoek gings dann für 5 h auf verschiedensten Trails die Bergflanken rauf und runter. Da es, seit ich in Stellenbosch bin, fast 5 Wochen nie geregnet hat, sind die Trails sehr trocken und etxrem staubig. Aber auch das soll eine gute Vorbereitung fürs Cape Epic sein, denn es sei sehr häufig staubig, vor allem wenn man vom Windschatten des Gegners profitieren will!

Tiere haben wir am Sonntag keine gesehen, obwohl mir das sehr recht war. Hab ich doch vor 1 Woche innerhalb einer halben Stunde gleich 2 Schlangen gesehen. Bei der 1. musste ich eine Vollbremsung machen damit die Schlange übers Trail kam. Die 2. war dann direkt vor mir auf einem breiteren Weg, aber es ging bergauf also war keine Vollbremsung nötig. Gefürchig wars trotzdem, denn diese Schlange war sehr lang, dick und schwarz.

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Woche zwei in Südafrika

Wir hatten eine interessante und  aufregende 2. Woche. Safari in Schawarma Game Reserve, Gepard und junge Löwen streicheln in einer Aufzuchtstation, 4×4 Track durch Baavianskoof, Fahrt über den geschlossenen Swartbergpass, lange und heisse Biketour in der Karoo Landschaft, für mich shoppen in Oudtshoorn, für Michi Höhlentour, 60km Bikerennen in Oudtshoorn, Route 62 nach Montagu, Wanderung in den Bergen, lange und super heisse Biketour in Montagu.

Safari in Schawarma Game Reserve. Wir haben eine Nachmittag -Abendtour gebucht. Um 15 Uhr gings los, in einem Safari-Jeep. Das Wetter war grau und eher kalt im offenen Geländewagen, zum Glück gabs Ponchos! Dank des kühlen Wetters hatten wir keine Probleme Tiere zu finden, leider wurden halt die Fotos etwas grau. Wir sind praktisch nur so von einem Highlight zum nächsten gefahren. Die jungen Zebraburschen waren total vertieft ins gegenseiteige necken, und haben uns ignoriert. Ich hab gehofft Giraffen zu begegnen, oben auf dem ersten Hügelrücken haben wir dann eine ganze Herde angetroffen. Die Einen haben gierig Blätter von den dornigen Bäumen gefressen, die Andern waren eher faul am rumliegen und dösen. Auch heute haben wir wieder Löwen gesehen und diesmal nicht aus der Ferne sondern aus nächster Nähe. 11 der 12 Löwen die im Reserve leben konnten wir beobachten. Neben den 6 ausgewachsenen Löwen, gabs auch 5 Junge, welche erst knapp 5 Monate alt sind. Sie haben miteinander gerauft und rumgealbert, war lustig zum zusehen. Auch die 2 Nashörner fand unsere Führerin Sorita ohne Problem, diesen Viecher will man definitiv nicht in die Quere kommen. Auch hier haben wir wieder ganz viele verschiedene Antilopen beobachten können. Natürlich nicht vergessen darf ich die 2 Nilpferde und Krokodile, Vögel und Gnus. Zum Schluss gabs noch ein Abendessen und dann eine Rückfahrt in der Dunkelheit mit Nieselregen, erfrischend!

Gepard und junge Löwen streicheln in einer Aufzuchtstation. Gelernt haben wir, dass die Geparde die einzigen Raubkatzen sind die ganz zahm werden wenn man sie von ganz klein an aufzieht. Unsere Gepardin war so eine übergrosse ganz zahmes 4jähriges Schmusekätzchen. Geschnurrt hat sie auch, was dann bei so einer grossen Katze auch dementsprechend lauter tönt ! Wir hatten grosses Glück, waren doch gerade zwei 5 Wochen alte Löwen in der Station. Michi und ich haben es genossen die 2 Babys zu streicheln und zu halten. Meiner hat mich ganz klar als seine Mutter gesehen, hat er doch die ganze Zeit an meinem Daumen gesogen! Mit wachsender Frustration wurde das Saugen dann eher zum Kauen. Zum Glück war der Kerl noch so klein, denn er hatte schon recht spitze und scharfe Zähne!

Unser 4×4 Abenteuer! 4×4 Track durch Baavianskloof und die Fahrt über den geschlossenen Swartbergpass haben uns dann aber auch gereicht! Machten wir uns am Tag vor der Durchquerung des Baavianskloof noch lustig über unseren Gastgeber der meinte mit unserm 4×4 Tussistadtauto kämen wir nicht durch, verging uns dann das Spotten am Tag darauf bald. Die Strasse welche wirklich nur für 4×4 Autos zu bewältigen ist, ist 1. sehr steil, 2. sehr, sehr exponiert, 3. sehr schmal, kreuzen nicht möglich!, 4. mit riesen Löcher und Steinbrocken gespickt und 5. mit 6 Flussurchquerungen doch sehr abenteuerlich. Ich als Nichtfahrer war Michis Fahrkünsten hilflos ausgeliefert, und hab schon mal gezittert! Michi fand die Flussdurchquerungen nicht mehr so lustig, vor allem die eine wo das Wasser über ca.150m sehr tief (wahrscheinlich mehr als 1Meter) war. Wollte sie doch einem riesen Ast im Wasser ausweichen aber das Auto ist einfach gerade au gefahren resp. geschwommen! Zum Glück sind wir heil am anderen Ufer angekommen, denn aussteigen ohne das Auto total zu fluten wäre definitiv nicht möglich gewesen! Zur Belohnung gabs dann am Abend ein riesiges Höhlenhaus, mit 4 Schlafzimmer für uns.
Die Landschaft auf dem Swartbergpass soll wunderschön sein, also nahmen wir einen Umweg von 150km in kauf. Als dann aber die Strasse gesperrt war verging uns das Lachen, müssten wir wieder alles zurück fahren. Gerade nach der Abzweigung wurden Strassenreparaturen  gemacht, also schlug ich vor mal zu fragen ob man nicht doch durchkommt. Hab ich doch auf dem Schotter frische Spuren von Rädern gesehen. Die Frau bei der Baustellte meinte, man müsste eigentlich schon durchkommen, sie habe Autos von oben kommen sehen. Super, dann nichts wie los, die 3 Absperrgitter über die Strasse haben wir wie Spuren andeuten umfahren! Die Strasse wurde dann tatsächlich immer schlechter, steiler, schmaler, rauer…Die Felsbrocken auf der Strasse haben wir nur mit Glück überwunden und wohl war uns schon lange nicht mehr. Man muss aber sagen die Landschaft  auf dem Pass ist atemberaubend!!

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