Bike-OL Weltcup Ungarn

Nach dem Ende des Cape Epic erholten wir uns einige Tage im Kruger Nationalpark auf Safari. Danach hatten wir einen letzten Tag in Stellenbosch und fuhren noch einmal die Trails in meinem „Hauswald“. Weiter gings via München nach Wien, wo wir uns einige Tage ans garstige Europa-Wetter gewöhnten. Dann, nur 10 Tage nach dem Ende des Cape Epic begann der Bike-OL Weltcup in Ungarn mit einem Sprint, einer Mitteldistanz und einem Langdistanz mit Massenstart. Wir waren ziemlich unsicher, ob unsere Beine schon wieder fit sein würden. Schliesslich gings ihnen gar nicht schlecht, doch im Kopf waren wir noch nicht wieder parat für neue Grosstaten. Zudem hatte ich mir eine Stirnhöhlenentzündung geholt und beim rennmässigen Biken mit Karte lesen schien mein Kopf zu expoldieren. Keine ideale Voraussetzung für saubere Rennen…

Im Sprint liefs mit dem 6. Rang noch am besten. Die Laufanalyse von Beat fürs Swiss Orienteering dazu gibts hier als Vorabdruck:

Bike-OL Weltcup Sprint in Ungarn (zum vergrössern anklicken)

Routenanalyse

Der Sprint-Wettkampf führte durch ein verlassenes Militärgelände mit vielen Strassen, Wegen, Baracken und anderen Bauten. Das Gelände liess ein sehr hohes Tempo zu und quer fahren war erlaubt und oft gut möglich und nötig. Die Herausforderung war, dabei den Kartenkontakt noch zu halten und mental stets einen Schritt voraus zu sein. Zusätzlich wurde dies durch die komplexe Bahn mit vielen Richtungswechseln und Überkreuzungen erschwert. Dunkelgraue Flächen auf der Karte bezeichnen Gebäude, hellgraue überdachte aber befahrbare Gebiete. Unpassierbare Mauern sind als dunkelgraue Linien mit Doppelpunkten eingezeichnet.

Start–1: Bereits die erste Teilstrecke führt bei vielen Fahrerinnen zu Zeitverlusten. Zum einen gilt es sich sofort auf den ungewohnten Massstab von 1:5’000 einzustellen. Zum anderen ist Posten 5 vom Kartenstart her zu sehen, was einige Fahrerinnen dazu verleitet, diesen gleich anzupeilen, wobei sie den hinter der Mauer versteckten ersten Posten übersehen. Dies passiert der Siegerin Marika Hara wie auch Christine Schaffner, die dabei  rund 30 Sekunden auf die Bestzeit von Maja Rothweiler verlieren.

1–5: Es gilt, möglichst direkte Routen zu nehmen und dabei die Übersicht zu bewahren. Nach ihrem Fehlstart gelingt dies Hara am besten, die auf der 2. bis 4. Teilstrecken Bestzeiten aufstellt. Rothweiler kommt gut durch diese Posten und liegt am 5. Posten an zweiter Stelle, während Schaffner den Kartenkontakt noch nicht richtig gefunden hat und mit über einer Minute Rückstand erst an 29. Stelle liegt.

5–10: Nun kommt Schaffner in Fahrt und macht kontinuierlich Zeit gut. Zum 6. Posten ist die Strassenroute von Schaffner und Rothweiler gleichwertig wie die Querroute von Hara. Zum 8. Posten verliert Rothweiler 25 Sekunden auf die Bestzeit von Schaffner, als sie aus Versehen nochmals den 3. Posten anfährt, und fällt auf den 7. Zwischenrang zurück.

11–13: Hara stellt zum 12. Posten klare Bestzeit auf. Einige Fahrerinnen lassen sich dadurch verwirren, dass der Weg Richtung Osten vom Posten weg durch eine hohe Mauer unterbrochen ist. Zu 13 ist die Umfahrungsroute von Hara einige Sekunden langsamer als die direkte Route.

13–14: Der direkte Weg ist durch Gebäude und ein Sperrgebiet versperrt. Fast alle Fahrerinnen entscheiden sich für die südliche Route. Rothweiler verliert einige Sekunden, als sie vor dem Posten die überdeckte Halle umfährt statt hindurch zu fahren.

14–17: Zu 15 und 16 ist die Route klar und die Differenzen an der Spitze im Bereich von wenigen Sekunden. Die verschiedenen Varianten zu 17 sind ebenfalls gleichwertig.

17–21: Zu 18 bieten sich zwei Routen an: Hara stellt auf der nördlichen Bestzeit auf und Schaffner verliert auf der südlichen zwar 10 Sekunden, dies ist aber noch immer die viertschnellste Zwischenzeit. Zudem hat sie den Vorteil, dass sie damit die nächsten drei Posten schon rekognosziert hat. Einzig Hara ist denn auch von Posten 18–21 zwei Sekunden schneller als Schaffner.

21–Ziel: Der erweiterte Zieleinlauf bietet keine nennenswerten Schwierigkeiten mehr. Es gilt aber trotzdem, die Konzentration bis zum letzten Posten hoch zu halten – der Tscheche Radek Laciga vergibt bei den Männern hier noch die Führung, weil er den Durchgang neben dem Zaun nicht auf Anhieb erwischt!

RouteGadget: http://0x.hu/RouteGadget/cgi-bin/reitti.cgi?act=map&id=210&kieli=de
Zwischenzeiten: http://www.mtbo.hu/docs/2011/split_sprint_elit.html

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