{"id":165,"date":"2011-04-10T19:06:25","date_gmt":"2011-04-10T19:06:25","guid":{"rendered":"http:\/\/christineschaffner.ch\/?p=165"},"modified":"2018-09-28T17:44:35","modified_gmt":"2018-09-28T17:44:35","slug":"cape-epic-2-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christineschaffner.ch\/?p=165","title":{"rendered":"Cape Epic, 2. Teil"},"content":{"rendered":"<h2>5. Tag: Zeitfahren<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-180\" title=\"sportograf-14315108_lowres\" src=\"http:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14315108_lowres.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14315108_lowres.jpg 720w, https:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14315108_lowres-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14315108_lowres-624x416.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Prolog-Zeitfahren und den ersten drei langen Etappen stand ein weiteres Zeitfahren\u00a0\u00fcber 30 km mit gut 700 m Steigung an. Die Strecke f\u00fchrte \u00fcber flowige Single- und Double-Tracks. Gestartet wurde alle 30 Sekunden. Unsere Beine fanden den Start, obwohl flach,\u00a0nicht so toll und die S\u00e4ure schoss trotz dem Einfahren vorher voll ein. Doch das legte sich<br \/>\nzum Gl\u00fcck rasch. Wir wollten die Sache regelm\u00e4ssig und nicht zu schnell angehen, aber\u00a0Chrige f\u00fchlte sich gut und gab Vollgas &#8211; bergauf und -ab. Ich fuhr beeindruckt hinterher\u00a0und konnte nur in den drei steilsten Abschnitten wirklich behilflich sein, als ich mit\u00a0beiden Velos raufrannte, damit sie sich etwas erholen konnte. Nach einer coolen\u00a0Schlussschlaufe auf einem kurvigen Singletrail mit Steilw\u00e4nden kamen wir mit 1:39 auf dem<br \/>\nachten Platz ins Ziel und waren mit unserer Leistung sehr zufrieden.<\/p>\n<h2>6. Tag: Die vermeintliche K\u00f6nigsetappe<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-185\" title=\"sportograf-14336078_lowres\" src=\"http:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14336078_lowres.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14336078_lowres.jpg 720w, https:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14336078_lowres-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14336078_lowres-624x415.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Es starteten wieder alle Teams im Massenstart. Dies war die l\u00e4ngste Etappe\u00a0mit 146 km und 2350 m Steigung &#8211; solche Distanzen machen wir ja kaum einmal mit dem Rennrad<br \/>\nund jetzt sollte das nach bereits 5 Renntagen \u00fcber z.T. \u00fcble Pisten gutgehen! Bei mir hatte\u00a0sich zudem in den letzten Tagen ein schleimiger Husten entwickelt, wohl vom vielen<br \/>\neingeatmeten Staub.\u00a0Wir hatten grossen Respekt und beschlossen, die Sache relativ ruhig anzugehen. Vor allem<br \/>\nich musste zu Beginn meinen von Chrige so genannten &#8220;Rennr\u00f6ssliinstinkt&#8221; b\u00e4ndigen und nach\u00a0dem Start nicht jeder Gruppe sofort folgen wollen. Offenbar gelang das relativ gut: Nach\u00a0den eher flacheren ersten zwei Dritteln der Strecke (zu Beginn mit R\u00fcckenwind, bald aber\u00a0mit \u00fcblem Seiten- und Gegenwind) flog Chrige fast die steinige Piste den legend\u00e4ren<br \/>\nGr\u00f6nlandberg &#8211; das Haupthindernis des Tages &#8211; hinauf.<br \/>\nPl\u00f6tzlich zischte es aus meinem Vorderrad. Scheisse: Loch im Pneu! Ich rief Chrige zu, dass\u00a0ich einen Platten habe, aber sie h\u00f6rte mich nicht. Ich hielt an, fand das Loch, presste den<br \/>\nFinger drauf und hielt es nach unten, damit die Dichtfl\u00fcssigkeit reinfliessen konnte.\u00a0Gl\u00fccklicherweise funktionierte das sofort und schon wieder war ich Chrige auf den Fersen.\u00a0Sie vernahm vom Zwischenfall erst im Ziel.<\/p>\n<p>\u00dcber den Gr\u00f6nlandberg f\u00fchrte ein langer, ruppiger und steiniger Trail. Das war wieder unser\u00a0Gel\u00e4nde und es war eine Freude wie Chrige die Konkurrenz links und rechts stehen liess.\u00a0Schliesslich erreichten wir wieder bessere Naturstrassen und sausten den Berg hinab dem\u00a0Ziel entgegen. Nach knapp 7 Stunden war dann auch diese Etappe \u00fcberstanden. Wir<br \/>\nverbesserten uns dabei vom 10. auf den 9. Zwischenrang im Gesamtklassement der Mixed\u00a0Kategorie.<\/p>\n<p>Mein Zwischenfall mit dem Pneu sollte gl\u00fccklicherweise unsere schwerste &#8220;Panne&#8221; bleiben.\u00a0Wir waren eines der wenigen Teams, das nicht zumindest einmal eine richtige Platte hatte.<br \/>\nAn allen Etappen standen immer wieder Teams am Wegrand und schraubten irgendwas an einem ihrer Bikes rum &#8211; das\u00a0Cape Epic ist ein ultimativer Materialtest. Unsere Lightrider hielten aber allem stand\u00a0(fingen aber jeweils bei Etappenh\u00e4lfte an zu klagen bzw. quietschen, wenn die\u00a0Hinterbaugelenke so richtig viel Staub gesammelt hatten). Wir waren auch super froh, hatten\u00a0wir vollgefederte Bikes. Es gab enorm viele 29er am Start, aber wir h\u00e4tten unsere Fullys\u00a0nie gegen ein 29er Hardtail eingetauscht.<\/p>\n<h2>7. Tag: Die wahre K\u00f6nigsetappe<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-184\" title=\"sportograf-14315524_lowres\" src=\"http:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14315524_lowres.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14315524_lowres.jpg 720w, https:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14315524_lowres-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14315524_lowres-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Vor der zweitletzten Etappe f\u00fcrchteten wir uns ein wenig, denn es galt mit 2700 m\u00a0am\u00a0meisten Steigung aller Etappen zu machen, bei 119 km. Es gab wieder Blockstart und wir reihten uns hinten\u00a0im ersten Block (die ersten 150 Teams) ein. Gleich vom Start weg stieg die Strecke und f\u00fchrte wieder auf den\u00a0Gr\u00f6nlandberg. Ich f\u00fchlte mich heute von anfang an schlapp &#8211; es kam einfach nichts aus den\u00a0Beinen. Der Puls lag dabei im Bereich eines gem\u00fctlichen Ausdauertrainings, aber es f\u00fchlte\u00a0sich sooo schwer an. Ich fixierte das Hinterrad von Chrige und war froh dranzubleiben.<\/p>\n<p>Bald folgte die erste Abfahrt. Wir waren schneller unterwegs als die Teams vor uns, aber das\u00a0\u00dcberholen gestaltete sich im ruppigen Gel\u00e4nde sehr schwierig. Als mir der Geduldsfaden<br \/>\nriss, versuchte ich es an einer bl\u00f6den Stelle und rutschte prompt auf dem grobkiesigen\u00a0Mittelteil zwischen den zwei Fahrrinnen mit dem Vorderrad aus. Ich konnte gerade noch<br \/>\n\u00fcber den Lenker springen und nach zwei S\u00e4tzen durchs Geb\u00fcsch stand ich wieder beim Rad &#8211; aufspringen\u00a0und weiter. Die Sache muss spektakul\u00e4r ausgesehen haben, fragte mich doch die ganze Kolonne\u00a0ob es wirklich gehe. Ich hatte aber ausser eines harten Schlags meines Pedals in die Wade<br \/>\nnichts abbekommen &#8211; nochmal Schwein gehabt.\u00a0Nach ca. drei Stunden und einer zerm\u00fcrbenden mit Bremsrillen durchsetzten Berg- und Talfahrt kam bei mir\u00a0pl\u00f6tzlich der Gong. Ich stopfte das Hungerloch nacheinander mit zwei von Dan&#8217;s\u00a0L\u00e4uferw\u00fcrstli, einem Energie-Gel und einem leckeren \ud83d\ude41 Riegel. Zum Gl\u00fcck hatten wir gerade\u00a0einen l\u00e4ngeren Sandabschnitt und so g\u00f6nnte ich mir eine Schiebepassage ohne allzu viel Zeit\u00a0zu verlieren. Die n\u00e4chste halbe Stunde hiess die Devise, Chriges Hinterrad nicht aus den\u00a0Augen zu lassen und durchbeissen. Zum Gl\u00fcck kehrten die Kr\u00e4fte einigermassen zur\u00fcck und wir\u00a0machten im Trott der heutigen Etappe weiter.<br \/>\nDie Steigungen wollten nicht aufh\u00f6ren und in der heissen Mittagssonne und auf den kiesigen\u00a0Pisten f\u00fchlten sich 300 m rauf wie heimische 600 m an. Nach 80 km gabs dann Abwechslung:\u00a0Dutzende von Kilometer extra f\u00fcr Biker angelegte Singletrails, die sich die Bergflanken runter (und nat\u00fcrlich rauf)\u00a0schl\u00e4ngelten. Ohne 80% des Cape Epic in den Beinen ein phantastischer Genuss, aber auch so\u00a0noch ganz unterhaltsam. Bald h\u00f6rten wir den Zielspeaker im Tal unten, ca. einen km\u00a0entfernt, aber die Kurssetzer hatten sich noch zig Singletrail-Extraschlaufen f\u00fcr uns\u00a0ausgedacht. Man feuerte sich zwischen den Teams gegenseitig an und hielt durch. Nach<br \/>\nziemlich genau 7 Stunden, unsere l\u00e4ngste Etappe, schliesslich endlich das Ziel.<\/p>\n<h2>8. Tag: Die Schlussetappe<\/h2>\n<p>Mit 67 km und 1700 m Steigung war die Schlussetappe auf dem Papier ja ein wahres Dessert.\u00a0Doch man warnte uns, die grosse Steigung zu Beginn und die darauf folgende Abfahrt seien\u00a0brutal. Zum Gl\u00fcck war heute aber alles anders als gestern: Die Beine funktionierten wieder.<\/p>\n<p>So reihten wir uns beim Massenstart gut ein und \u00fcberholten bis zur ersten Passh\u00f6he einige\u00a0Teams, die sonst eher vor uns waren. Die Abfahrt war dann fast ein bisschen entt\u00e4uschend<br \/>\neinfach. Wir kamen gut voran und erreichten bald den Abbruch der Bergkante in die Ebene\u00a0Richtung Cape Town. Hier mussten wir auf einem historischen Wagen-Wegst\u00fcck eine zeitlang<br \/>\nobligatorisch zu Fuss gehen, bevor wir auf einen letzten coolen Singletrail losgelassen\u00a0wurden. Die letzten 25 km zogen sich dann doch noch ziemlich dahin, aber nach 3:45 war das\u00a0Cape Epic Abenteuer geschafft!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-181\" title=\"sportograf-14309352_lowres\" src=\"http:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14309352_lowres.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14309352_lowres.jpg 720w, https:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14309352_lowres-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.christineschaffner.ch\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/sportograf-14309352_lowres-624x414.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Insgesamt gesehen sind wir gut \u00fcber die Runden gekommen und hatten zum Gl\u00fcck keine\u00a0technischen Defekte oder starken physischen Einbr\u00fcche. Auch wenn wir nicht gerade unseren<br \/>\nTag hatten, gelang es uns doch, regelm\u00e4ssig durchs Rennen zu kommen.\u00a0Wir hatten uns das Cape Epic immer hart vorgestellt, aber es war dann noch ein ganzes St\u00fcck\u00a0h\u00e4rter als gedacht, trotz einer sehr guten Vorbereitung darauf. Wir waren auch ab der ausgepr\u00e4gten\u00a0Rennathmosph\u00e4re erstaunt: Alle schienen immer alles zu geben und voll zu k\u00e4mpfen, auch noch\u00a0am letzten Tag. Wir waren knapp 40 Stunden unterwegs und sind mit unserem 9.\u00a0Schlussrang (von 55 Mixed Teams, bzw. 117. von 600 Teams insgesamt) sehr zufrieden. Die\u00a0ersten zwei Mixed-Teams mit den Schweizerinnen Esther S\u00fcss (Marathon-Weltmeisterin) und\u00a0Ariane L\u00fcthi waren eine Klasse f\u00fcr sich. Zu allen anderen vorne klassierten Mixed Teams\u00a0hatten wir an mindestens einer Etappe Kontakt.<\/p>\n<p>Ob wir n\u00e4chstes Jahr wieder dabei sind? Never say never&#8230;<\/p>\n<p>Es gab nat\u00fcrlich auch viele Dramen am Cape Epic. Hier einige wenige davon:<\/p>\n<p>&#8211; Die Hoffnungstr\u00e4ger der S\u00fcdafrikaner (als reines s\u00fcdafrikanisches Team) schieden nach\u00a0minuti\u00f6ser Vorbereitung und grossem Medien-Trara bereits in der ersten Etappe aus, als sich\u00a0Kevin Evans bei einem Sturz das Schl\u00fcsselbein brach.<\/p>\n<p>&#8211; OL-L\u00e4ufer und Gigathlon-Organisator Corsin Caluori trat mit Gigathlon-Sieger Benny\u00a0Lindberg an. Benny st\u00fcrzte ebenfalls in der ersten Etappe und blieb mit\u00a0gebrochenenSchl\u00fcsselbein und Rippen bewusstlos liegen. Nachdem er geborgen wurde, setzte<br \/>\nCorsin das Rennen als Single fort (man f\u00e4hrt dann ausser Konkurrenz). In der zweiten Etappe\u00a0kam er v\u00f6llig dehydriert noch knapp ins Ziel. Es gelang ihm aber, das Rennen an den<br \/>\nfolgenden Tagen vorsichtig fortzusetzen und schliesslich finishte er auch.<\/p>\n<p>&#8211; Das Schweizer Profiteam St\u00f6ckli lag nach 5 Etappen auf dem 4. Platz super im Rennen, als\u00a0Konny Looser st\u00fcrzte und seinen Carbon-Rahmen entzweibrach. Er musste die letzten 20 km ins\u00a0Ziel Rennen. Sein Partner Urs Huber st\u00fcrzte auf diesem R\u00fcckweg so ungl\u00fccklich, dass er sich\u00a0den Arm brach und am n\u00e4chsten Tag nicht mehr antreten konnte.<\/p>\n<p>&#8211; Ein mir namentlich nicht bekannter Fahrer, der als einer der wenigen bisher alle Cape Epics beendet hat, fuhr trotz Schl\u00fcsselbeinbruch mehrere Etappen weiter, damit er auch\u00a0diese Ausgabe beenden konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>5. Tag: Zeitfahren Nach dem Prolog-Zeitfahren und den ersten drei langen Etappen stand ein weiteres Zeitfahren\u00a0\u00fcber 30 km mit gut 700 m Steigung an. 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